Anja Geiling, Aleksander Oglaza & Juliane Zöllner

Face to face

Tanz, Performance, Masken, Projektion

 

Unsere Herangehensweise:

Wir suchen uns 5 konkrete Masken aus der Sammlung des Grassi-Museums aus und vergegenwärtigen uns die Bewegungen, Handlungen oder Tänze, die zu den jeweiligen Masken originär gehören, indem wir sie nachahmen oder rekonstruieren. Wir stellen uns Fragen wie: Wie fremd sind uns diese Bewegungen, Handlungen oder Bräuche? Was assoziieren wir, was sind unsere Vorstellungen? Hat unser tänzerischer Prozess auch etwas mit der Kolonialgeschichte zu tun?
Nacheinander werden jeweils für mehrere Minuten Bilder von Masken auf eine Wand projiziert. Unsere kleinen Choreographien und szenischen Arrangements finden vor dem Hintergrund der Projektionen statt; sie sind inspiriert von Filmaufnahmen, Beschreibungen und Bilder originärer Funktionen der jeweiligen Masken. Aber natürlich darf nicht erwartet werden, dass wir etwas von diesen magischen Welten originalgetreu erzählen oder veranschaulichen können. Wir sind uns bewusst, dass die Welten, von denen diese Masken Zeugnis ablegen, uns unzugänglich sind, dass wir den ursprünglichen Kontext nur erspüren, nachahmen, dass wir phantasieren müssen. Im besten Fall entsteht der Eindruck, wir würden eine Art neue Ritualität bzw. eine neue Bewegungstextur erschaffen, die ganz eigene symbolische oder metonymische Verweise nahelegt.

Kritische Distanz:

Und wenn wir doch etwas veranschaulichen, dann möglicherweise die Vereinnahmung des kulturell Fremden selbst.

Tanz:

Unser Begriff von Tanz schließt nicht nur wohlgeformte, elegante und trainierte Bewegungen ein. Wir verstehen uns grundsätzlich als Forscher in Sachen Bewegung. Unsere Themen sind zum Beispiel: Rhythmus, Wiederholungen, extreme Langsamkeit, Präsenz, Fremdheit.

Foto:  Mo Zaboli

 

Skizzen

 

Vita

 

Anja Geiling

Anja Geiling, 1978 in Naumburg geboren, arbeitet seit Abschluss ihres Studiums der Gestaltung/ Studienrichtung Metallgestaltung freiberuflich als Schmuckdesignerin und beschäftigt sich seit sechs Jahren intensiv mit Contact Improvisation. Ausgehend von ihrer Tätigkeit als Designerin ist es ihr tänzerisches Anliegen, selbstverständliche Bewegungsformen zu erkunden, zu hinterfragen und zu verfremden.

Juliane Zöllner

Juliane Zöllner wurde 1981 in Dresden geboren und hat während ihres Studiums der Kunstgeschichte, Philosophie und Germanistik in Heidelberg verschiedene Theater- und Performance-Projekte initiiert. Veröffentlichung von Texten auf der Schwelle von Lyrik, Prosa und Drama in verschiedenen Literaturzeitschriften. Im Jahr 2010 hat sie bei „First Person Plural“, einem Projekt von Nicola Unger, produziert von zeitraumexit e.V. Mannheim als Performerin mitgewirkt. Seit Oktober 2011 studiert sie im Master-Studiengang am Literaturinstitut Leipzig und beschäftigt sich mit Contact Improvisation und Flamenco.

Aleksander Oglaza

Aleksander Oglaza wurde 1980 in Ruda/Polen geboren. In Bielefeld trainierte er zeitgenössischen Tanz bei Tiago Manquinho und Adrian Look und Ballett bei Philip Lansdale. Darüber hinaus nahm er an Workshops von u.a. Frey Faust und Maya Carroll teil. Seit 2012 studiert er in Leipzig Theater- und Tanzwissenschaft. Derzeit beschäftigt er sich mit Kontaktimprovisation und Flamenco. Seit 2014 bildet er mit Juliane Zöllner das J.A. Kollektiv.

 

 

                                                                                                              Copyright Oglaza, Zöllner & Geiling

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