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Das zweite Gesicht - Kurzfilmabend

Das zweite Gesicht

Filme sind eine großartige Projektionsfläche für verschiedene Symptome und Entwicklungen in unserer Gesellschaft. Das gilt auch für die Frage nach Zugehörigkeit und Identität, die Menschen seit Jahrtausenden umtreibt. Das Kurzfilmprogramm "Das zweite Gesicht" beschäftigt sich mit diesen Themen und greift den Einsatz von Masken zur Transformation der eigenen Persönlichkeit auf. Dabei spielt Gesichtslosigkeit ebenso eine wichtige Rolle, wie das Gruppen- und Stärkegefühl, das sich über Masken und Uniformen erreichen lässt. Egal ob Superheld oder traditionelle Rituale- hinter dem Schutz der Verkleidung verhalten sich Menschen bisweilen absonderlich.

Während in "Bunny New Girl" die Maske deutlich dem individuellen Schutz in einer schwierigen Situation dient, zeigt der Animationsfilm "How long, not long!", dass durch das Verbergen des Gesichts offenbar weltweit alle Regeln der Menschlichkeit über den Haufen geworfen werden. Diese Transformation der Menschen wird in dem Film "Omote" komplett ad absurdum geführt, in dem durch Real Face Tracking Computerbilder die Maske spielerisch ersetzen. Was bleibt, ist die Veränderung der menschlichen Identität bis hin zur Maschine. Willkommen in der Neuen Welt.

Gemeinsam mit DOK Leipzig und kuratiert von Annegret Richter. 
Im Rahmen der Sonderausstellung Masken!
Eintritt 4/3 €

Filme:
Bunny New Girl
Natalie van den Dungen, 2010 Australia, 6:00 min, Spielfilm
Das neue Mädchen in der Klasse will nicht gesehen werden. Deshalb sie trägt eine Hasenmaske. Zum Glück lassen die anderen Kinder sie nicht allein mit ihren Ängste und Unsicherheiten.

Maskerade
Ferdinand Engländer, 2010, Deutschland, 4:00 min, Animationsfilm
Wie jeder Mensch schlüpft auch Otto N. über den Tag in viele verschiedene Masken und Rollen. Wir begleiten ihn durch seinen Arbeitsalltag und beobachten das Maskenspiel des Alltags. Die Liebe vermag es schließlich N. zu entblättern.

Alles Super
Ralf Beyerle, 2013, Deutschland, 23:00 min, Spielfilm
Bei Thomas läuft es nicht rund. Er hat keinen Job, die Beziehung mit Anja steckt in der Krise und überhaupt ist das Leben wahnsinnig kompliziert. Doch er lässt sich nicht unterkriegen: Als Superheld rettet er Tag für Tag die Welt - ob sie will oder nicht.

Xicht
Cornelius M. Heinzer, 2010, Schweiz, 3:37 min, Animationsfilm
Die Hauptperson im Film hat kein XICHT. Das führt zu Irritation bei den anderen Wartenden am Bahnsteig und zu einem offenen Konflikt mit unerwartetem Ausgang.

Rougarouing
Michael Palmer, Donal Mosher, 2013, USA, 11:00 min, Dokumentarfilm
Die Rougarous sind im Süden der USA fester Bestandteil der Cajun- Folklore. Als gruselige Fabelwesen verkleidet erschrecken sie zu einer bestimmten Jahreszeit die Mitmenschen und halten ausschweifende Rituale ab. Der Film zeigt ein wildes nicht ganz ungefährliches Treiben, bei dem der Zuschauer zwischen Faszination und Ängstlichkeit hin und her gerissen wird.

How long, not long
Uri und Michelle Kranot, 2015, Dänemark, 5:50 min, Animationsfilm
Eine visuelle Reise, die uns herausfordert, über unsere universelle Zugehörigkeit nachzudenken, ohne Einschränkung auf eine Stadt, eine Region oder Landesgrenzen. Wir leben im Zeitalter von Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus und Intoleranz. Die Masken unterscheiden sich- die Gewalt bleibt.

Omote
Nobumichi Asai, 2014, Japan, 2:30 min, Experimentalfilm
Omote ist das japanische Wort für Gesicht oder für Maske. Nobumichi Asai verfolgt die technologischen Möglichkeiten des Projection Mapping, indem er eine Maske - oder ein neues Gesicht - über das des Models legt.