Katrin Winkler – Dear museum, how can you sleep at night?

HD Video, 5:25 min, Loop
HD Video, 2:22 min, Loop
8 Postkartenmotive, je 10x15cm, Postkartenständer

Die Arbeit zeigt Aspekte deutscher Kolonialverbrechen im heutigen Namibia. Von 1904 bis 1908 verübte die deutsche Schutztruppe unter General Lothar von Trotha im damaligen Deutsch-Südwestafrika den Genozid an den Herero und Nama. Die Soldaten des deutschen Kaiserreichs brachten in dieser Zeit mindestens 85.000 Herero und Nama um. Das Projekt zeigt Fragmente von Erinnerungsfeierlichkeiten und -orten der Herero in Namibia und geht dem Phänomen nach, dass deutsche Kolonialverbrechen im öffentlichen Diskurs, in der Geschichtsschreibung, Wissensproduktion und deren Vermittlung bis heute weitgehend unsichtbar sind. Was bedeutet es also, 2016 in eine Museumslandschaft zu intervenieren, welche beschönigte historische Narrative zur Legitimation ihrer eigenen Hegemonie gebraucht? Inwieweit ist die Dekolonisierung einer ethnografischen Sammlung, welche auf Ausbeutung und exotischem Entertainment beruht, überhaupt möglich?

 

 

special thanks to: Esther Utjiua Muinjangue (Interviewpartnerin-Ovaherero Genocide Committee), Kauna Hoabeb (Sound), Mission Films Namibia (Equipment),       Jonas Wilisch (Fotos: Ausstellungsansichten der Originalvitrine), Leipzig Postkolonial, München Postkolonial (Recherche).

Video – Stills

 

Aufbau – Ansichten

 

Postkarten – postcolonial greetings: koloniale Spuren in der Stadt