Karoline Schneider – Power Posing

Teichfolie, Tesafilm, Lack auf Glas, Badewanne, Video (Bildschirm), Video (Projektion), Poster, Faltblatt, Texttafel, vorgefundene Ausstellungssituation mit Vitrinen, Ethnographika und Figurinen, Maße variabel.

Die vielteilige Intervention im Adivasi-Raum geht von der Person des Anthropologen und Rassentheoretikers Egon von Eickstedt (1892-1965) aus. Dafür werden vergangene und gegenwärtige Kontexte sowie Verbindungen zwischen Gezeigtem und Nicht-Gezeigtem hergestellt. Von Eickstedt besuchte Orte, von ihm mitgebrachte Objekte und seine Biographie werden dem aktuellen Kampf von Adivasi-Aktivist*innen gegen sexuell motivierte Gewalt gegenübergestellt. Durch diese Re-Kontexualisierung stellen sich angesichts der musealen Präsentation – in deren Zentrum die nach fotografischen Vorlagen Eickstedts geformten Figuren angeordnet sind – Fragen nach der Haltung, die dieser Form des Zeigens zu Grunde liegt. Welche Aspekte stehen im Fokus einer solchen Präsentation, welche Aspekte werden ausgeblendet und wie verhält es sich mit der Frage der Autorschaft: Wer spricht? Über wen wird gesprochen? In wessen Sprache, mit wessen Bildern wird gesprochen?

 

 

Recherchematerial zu Dalit und Adivasi Frauen

“Neben Egon von Eickstedt thematisiere ich in meiner Arbeit aktuelle Proteste von Frauen in Indien. Anstoß für diese Überlegungen war für mich die weibliche Figurine in der Vitrine des Adivasi-Raumes. Barbusig sitzt sie mit gespreizten Beinen auf dem Boden, traditionell anmutend mit einem Baströckchen gekleidet. Auf ihrer ausgestreckten Hand ruht eine große Muschel, die sie dem Besucher hinhält. Sie ist umgeben von kleinen Körben, umgeben von Gegenständen, die symbolisch ihre Weiblichkeit unterstreichen (siehe z. B. S. Freud). Diese Weiblichkeit als Objekt in der Vitrine schafft für mich den Link zu Frauen, die sich nicht länger zum Objekt machen lassen wollen. Ich beziehe mich hier auf Dalit und Adivasi Frauen, die auch aufgrund von unterschiedlichen Nacktheitsvorstellungen exotisiert, bedrängt, vergewaltigt wurden und ihnen teilweise sogar die Schuld für die Tat zugeschoben wird (victim blaming).”

Karoline Schneider.

 

Music video – zero tolerance

 

Arbeitsblatt Power Poses

 
 

Making- Off Projektskizzen