Jamal Cazaré – Benin Sammlung - aus der Sicht eines Voyeurs

PVC-Folie

Die Vitrine ist so mit Bahnen schwarzer Folie beklebt, dass die in ihr ausgestellten Objekte aus der Distanz kaum zu erkennen sind. Die Objekte, ein Höhepunkt der Dauerausstellung, werden den Blicken des Publikums aber nicht entzogen, die Betrachter*innen müssen lediglich eine andere Position einnehmen. Sie kommen dabei den Objekten bzw. der trennenden Glasscheibe näher als gewöhnlich und schauen durch Schlitze, die das Betrachten einschränken. Indem so das Betrachten selbst zum Thema wird, stellen sich Fragen nach den Unterschieden zwischen Bewunderung und Respekt, Neugier und Voyeurismus und wie diese Betrachtungsweisen zu bewerten sind: Ist es die innere oder äußere Haltung, ist es die Position, die Art des Schauens, die den Unterschied macht? Welche Art der Betrachtung gibt die Vitrine vor, was bewirkt die Einschränkung des Blicks? Gibt es eine angemessene Art der Betrachtung, einen angemessenen Blick auf "das Fremde“

 

Making-Off Projektskizzen und Kommentar des Künstlers

"Bei der Konzeption einer Ausstellung zur Völkerkunde, wie auch bei ihrer Betrachtung muss die Entkontextualisierung der Objekte, die über verschiedene Wege, zu einem großen Teil unfreiwillig, in ,unsere Museen‘ gelangt sind, immer bewusst sein. Diese Gegenstände sind an einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit entstanden, welche nicht im Rahmen einer Ausstellung rekonstruiert werden können. Deshalb stehen diese Objekte in einer fremden Anordnung und können zu Recht als Raubkunst bezeichnet werden."

Jamal Cazaré.