Mo Zaboli /

22 Fotografien / 2010

"Wie ihr wisst, komme ich aus dem Iran. Da habe ich als Fotojournalist gearbeitet. Aus diesem Grund, war ich einen Monat im Gefängnis. Das ist mein letztes Fotoprojekt nach dem Gefängnis, das ich im Iran gemacht habe. Dieses Projekt dauerte 5 Monate im Jahr 2010. Diese Fotos wurden aus insgesamt 100 Fotos zusammengestellt. Sie sind meine Vision über die Freiheit im Iran. Ich habe diese Fotos in der Nacht fotografiert, weil man nicht gut sehen kann und alles nicht klar ist. Ich hatte einen Freund, der Taxifahrer war. Er hat in der Nacht gearbeitet. Er hat mir in diesem Projekt geholfen. Ich habe jemanden gebraucht, der mich in der Nacht fahren kann. Außerdem brauchte ich jemanden, der in der Plastiktüte bleiben konnte. Er war beides! Man kann nicht für lange Zeit in einer geschlossenen Plastiktüte atmen. Es ist wie Folter!

Auf der anderen Seite denke ich, dass der Wert der Menschheit in Iran so niedrig ist. Ich hatte diese Idee, dass die Menschen genauso wie Müll im Iran sind. Wenn ihr nachts in Teheran fahrt, könnt ihr einige Plastiktüten vor jedem Haus sehen! Der Müll wird von den Menschen, die in diesen Häusern wohnen produziert. Diese Müllbeutel warten die ganze Nacht auf die Straßenreiniger, die mit dem Auto fahren und nehmen sie ab und reinigen die Straßen von diesen Müllbeuteln!"/

 

Breath as much as you can, taste your breath, it is limited but you breath!
Your mouth will taste like the under feet’s dust from these involvements.
There is too much grey in your eyes, the wicks of oil lamp have disappeared, they
were burning during long times.
Your forehead is wet and drops from crackers of your body.
The scrap of anxiety of your heart gets steam on your vague image.
You open your mouth and call the air with all your existence to breath, but there is
less, the smell of sweat of your presence, burns your eyes or maybe you miss someone.
Your feet stand drunken. Your hands are asleep because of loneliness.
A volume which I do not know what it is, in a corner where I do not know               where it is, is slept? or is remained?
My heart rejoices that even a dot is not lightened inside me.
The sky is empty of stars and earth full of colored twinkle dots which you cannot find any show of them. My heart has slept on a vague and yellowish image of one of the night of nights life.

 

dazwischen / Werkstatt / inbetween / workshop

 

Backround Information / Hintergrundinformation

Mo Zaboli next to his work at GRASSI Museum für Völkerkunde / 2016 / Copyright Sandra Neuhaus

Mo Zaboli next to his work at GRASSI Museum für Völkerkunde / 2016 / Copyright Sandra Neuhaus

The documentary photographer Mo Zaboli, who fled from Iran, shows the oppressive atmosphere of confinement against the backdrop of an illusory, apparently functioning world in Tehran. These are the last images of the photographer before he had to leave Iran after a prison sentence. Together with a taxi driver, who at the same time is seen in the pictures as the person sealed in a plastic bag, Mo Zaboli relays his own experience with the view about in-between, where people who are in the state of being trapped and captured need to arrange their lives. One solution is to break out of the situation, the escape from the unbearable. But here too, there is also the decision about how the escape should be risked or whether it would just be better to go back. It is the beginning of the journey to in-between.

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Der aus dem Iran geflohene Dokumentarfotograf Mo Zaboli zeigt die beklemmende Atmosphäre und das Eingesperrt sein vor der Kulisse der teils schillernden, teils verstörenden Scheinwelt Teherans. Es sind die letzten Bilder des Fotografen, bevor er nach einer Gefängnisstrafe, auf Grund der Dokumentation der Grünen Revolution im Jahre 2009, den Iran verlassen musste. Er fotografierte an verschiedenen Orten der iranischen Hauptstadt einen Taxifahrer, der in Plastik eingehüllt ist. So zeigt Mo Zaboli seine eigene Erfahrung mit dem Dazwischen, in dem sich Menschen mit dem Zustand des Eingeschlossen seins, des Gefangen seins als Bestandteil ihres Lebens arrangieren. Erstickt wird der Wunsch nach Freiheit. Eine Lösung ist der Ausbruch aus der Situation, das Entfliehen vor der Unerträglichkeit. Die Fragen, in welche Richtung der Ausbruch gewagt werden soll, oder ob die Rückkehr besser wäre, steht am Anfang der Reise im Dazwischen.